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Neue Verfahrenstechnik

Edelstahlauskleidungen Trinkwasserbehälter,
Sanierung oder Neubau

Die Vorteile einer Edelstahlauskleidung gegenüber herkömmlichen Alternativen sind entscheidend :
  • Sicherstellung der Trinkwasserqualität
  • Keine bakteriologische oder chemische Veränderung des Wassers im Kontakt mit dem Edelstahl
  • Hohe Absterberate von E.coli-Keimen  ( ähnlich Glas und Porzellan )
  • Integrierte, vollverschweißte Rohrstutzen für Befüllung,Entnahme,Überlauf und Belüftung ( keine Arbeits- und Bewegungsfugen)
  • Gesicherte Dichtigkeitskontrolle durch Farbeindringprüfung (PT) zerstörungsfreie Werkstoffprüfung
    DIN EN ISO 3452-1:2014-09
  • Optimaler Anlagenbetrieb, geringe Reinigungs- und Wartungskosten
  • Geringe Untergrundvorbehandlung erforderlich
  • Hohe Nutzungsdauer
  • Beständig gegen weiches Wasser

 

Technische Beschreibung Edelstahlauskleidung Sytem MIG©:

1. Vorbereitungsarbeiten:

Auf bestehendes Mauerwerk und Boden werden, in einem vorgebenenen Raster
Edelstahl-Flachbleche 80 x 4 mm gesplittet. Dieses Flachblech dient zur:

  • Schweißbadsicherung beim Verschweissen der Edelstahlbleche
  • Ausräumung der Unsicherheit der entscheidenden Korrosionsbeständigkeit der rückseitigen Oberfläche laut Hinweis der DIN EN 12502-4
  • Ausgleich von Unebenheiten des Mauerwerkes
  • Konstruktionsstabilät: Die Flachbleche werden außermittig mittels Senkkopfschrauben M6 ISO 10642 aus Edelstahl A4 mit Ployamiddübel verschraubt.

Die Senkung der Bohrlöcher wird größer gewählt ( + 1,5 mm ). Somit werden bei minimalen Bauwerksbewegungen
( z.B.Setzungen,Rotation,Versatz ) die Spannungen nicht in die Edelstahleinkleidung geleitet

  • Gesicherte Schweißnahtqualität ( Keine Schindelbauweise )
  • Sauberer oberer Kantenabschluß
  • Heften der Edelstahlplatten  Raster bis zu 6,00 x 2, 00 m Werkstoffnummer 1.4404 ( X2CrNiMo 17 12 2)
  • Im unteren Bereich des Becken werden nur Edelstahl-Kantteile verwendet zur Vermeidung von Kehlnähten ( Hygienanforderung)
  • Im Bodenbereich kann ein Ausgleichmörtel zwischen den Flachblechen 80 x 4 mm aufgetragen werden

 
Roboterschweißnähte (MSG-Verfahren)
 

2. Schweißen:

Die vertikalen und horizontalen Nähte werden durch Roboterschweißnähte (MSG-Verfahren) durchgeführt.
Erfahrungsgemäß weisen mechanisiertes Schweißen mit gesicherter Schweißbadsicherung und Vermeidung von Kantenversatz ( Überlappung von Blechen) zur einer größeren Korrosionsbeständigkeit hin als mit Handschweißungen

Das entwickelte Schweißsystem von MIG© garantiert eine einwandfreie Wurzeldurchschweißung.

Alle Schweißarbeiten werden von zugelassenen Schweißern nach zugelassenen Schweißverfahren ausgeführt.

MIG ist zertifiziert laut DIN EN ISO 3834 – Teil 3. Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen von metallischen Werkstoffen

Regelwerke : DIN EN ISO 5817 & DIN EN 970 & EHEDG:
Vertikale Schweißnähte BG       C
Horizontale Schweißnähte BG    C

zur Erläuterung der DIN EN ISO 5817
Stumpfnaht: Nahtüberhöhung
C h ≤ 1 mm + 0,15 b
Poren, Porosität (gleichmäßig verteilt)
C Einlagig ≤ 1,5 %
Kehlnaht (Nahtüberhöhung)
C h ≤ 1 mm + 0,15 b
Schroffer Nahtüberhang ,Stumpfnähte
C a ≥ 110 °
Symbole

h = Höhe und Breite der Unregelmäßigkeiten
b = Breite der Nahtüberhöhung
a = Nahtübergangswinkel

Bedingt durch unser entwickeltes automatisiertes Schweißverfahren werden die “Grenzwerte für Unregelmäßigkeiten bei Bewertungsgruppen” eingehalten.

Zusätzlich werden die Regelwerke der EHEDG Richtlinien
(European Hygienic Eingineering & Design Group) eingehalten

 
EHEDG-Dokument 35
HYGIENISCHE SCHWEIßUNGEN AN EDELSTAHLROHRLEITUNGSSYSTEMEN FÜR DIE LEBENSMITTELINDUSTRIE
 
EHEDG Dokument 9
WELDING STAINLESS STEEL TO MEET HYGIENIC REQUIREMENTS
 

3. Schweißnahtnachbehandlung:

Die Schweißnähte werden durch mobiles & staubfreies Strahlsystem behandelt.
Hierdurch wird garantiert, daß sämtliche Anlauffarben und strohgelbe Oxydschichten entfernt werden.
 
● 1 ster Durchgang Langzeitstrahlmittel 0,3 ( Naturkorund )
Schweißnaht wird sauber, matt zur Edlestahloberfäche 2 B
 
● 2 ter Durchgang mit Poliermittel 100 ( Glasperlen 0,3 )
Schweißnaht wird glänzend. Die feinen Glasperlen haben eine „hämmernde“ Wirkung
(Verfestigungsstrahlen).
 
Literatur:
Verfestigungsstrahlen ( engl. peening ) die auf die Oberflächende einwirkende Energie der auftreffenden Strahlkörner führt zu plastischer Verformung mit einhergehender Erhöhung der Versetzungsdichte im Metallgitter oberflächennaher Schichten. Die Verfestigung äußert sich außerdem in einem erhöhten Spannungszustand in der sogenannten Druckeigenspannung, die die vorhandene Zugspannung kompensiert, äußeren Zugspannungen entgegenwirkt und damit die Dauerfestigkeit erhöht sowie die Rissbildung und –ausbreitung erschwert.

 
Oberflächenrauhigkeit : +- 15 – 20 µ
 
● 3 ter Durchgang mit Glaspudermehl (Optional)
Die Oberflächengüte ist vergleichbar mit 2B Oberfläche der Edelstahlplatten
Oberflächenrauhigkeit : +- 1 – 5 µ
 

4. Wasserdichtheitsprüfung:

Vor Inbetriebhahme wird für jede Wasserkammer eine Wasserdichtheitsprüfung nach der
DIN EN 1508:1998-12 8.3durchgeführt:

  • Säuberung der Innenflächen
  • Verschluß und Sicherung der Zu- und Ablaufrohre
  • langsame Füllung der Kammer mit Wasser bis zur Höhe des Überlaufes
  • Messung der Wasserspiegelhöhe gegenüber einem festen Punkt und Aufschreiben bei Beginn der Prüfung
  • In Zeitabständen Überwachung des Wasserspiegels während der Prüfung
  • Prüfdauer 48 h
  • Messung der Wasserverluste am Ende der Prüfung
  • Vervollständigung der Prüfprotokolle

Erstellt: Dipl.Ing. Marc Lorentz 14.12.2015
 
Normative Verweisungen:
 
DIN EN ISO 3452-1:2014-09: Zerstörungsfreie Prüfung-Eindringprüfung-Teil 1
 
DIN EN 1508:1998-12: Wasserversorgung-Anforderung an Systeme und Bestandteile der Wasserspeicherung
 
EN1090-1 : 2009: Werkseigene Produktionskontrolle für tragende Bauteile und Bausätze für Stahltragwerke bis EXC2 nach EN 1090-2
 
DIN EN 12502 -4: Korrosionsschutz metallischer Werkstoffe – Hinweise zur Abschätzung der Korrosionswahrscheinlichkeit in Wasserverteilungs- und Speicher Systemen – Teil 4: Einflussfaktoren für nichtrostende Stähle.
 
DIN EN ISO 3834- Teil 3: Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen von metallischen Werkstoffen. Teil 3: Standard-Qualitätsanforderungen.
 
DIN EN ISO 3834- Teil 5: Qualitätsanforderungen für das Schmelzschweißen von metallischen Werkstoffen. Teil 5: Dokumente, deren Anforderungen erfüllt werden sind nachzuweisen.
 
EN ISO 15614-1-2004: Anforderung und Qualifizierung der Schweißverfahren für metallische Werkstoffe – Schweißverfahrensprüfung. Teil 1: Lichtbogen- und Gasschweißen von Stählen sowie Lichtbogenschweißen von Nickel und Nickellegierungen.
 
EN ISO 9606-1: Prüfung von Schweißern-Schmelzschweißen. Teil 1 : Stähle.
 
EN ISO 15609-1-2004: Anforderung und Qualifizierung von Schweißverfahren für metallische Werkstoffe – Schweißverfahrensprüfung. Teil 1: Lichtbogenschweißen.
 
EN ISO 9692-01: Schweißen und verwandte Prozesse. Teil 1:Rahmenfestlegungen zur Beschreibung der Schweißnahtvorbereitung für vollangeschlossene Querschnitte an Stumpfnähten sowie Kehlnähten und eine Sammlung von bewährten Maßen und Formen.
 
EN 10204- 3.1: Metallische Erzeugnisse – Arten von Prüfbescheinigungen. Verschiedene Arten von Prüfbescheinigungen, die dem Besteller in Übereinstimmung mit den Vereinbarungen bei der Bestellung für die Lieferung von allen metallischen Erzeugnissen zur Verfügung gestellt werden können, unabhängig von der Art der Herstellung.
 
EN 1092-1: Flansche und ihre Verbindungen – Runde Flansche für Rohre, Armaturen, Formstücke und Zubehörteile, nach PN bezeichnet.
 
EN 10217-7: Geschweißte Stahlrohre für Druckbeanspruchungen. Teil 7: Rohre aus nichtrostenden Stählen.
 
Der ausführender Unternehmer besitzt ein System zur Übertragung der Kennzeichnung von Werkstoffen Richtlinie 97/23/EG Anhang I Kap.3.1.5 EN 764-5 Abs.6.23 AD 20000 HPO Abs.4 und ist zerfiziert nach DIN EN ISO 3834 Teil 3.
 
DVGW Regelwerke Arbeitsblätter:
Arbeitsblatt W 300-1 (A)
Arbeitsblatt W 300-2 (A)
Arbeitsblatt W 300-5 (A)
Arbeitsblatt W 304 (A)
Arbeitsblatt W 316 (A)
Arbeitsblatt W 350 (A)
 
Richtlinien der EHEDG (European Hygienic and Design Group).Regelwerk für Lebensmittel verarbeitende Firmen.